02.01.01 Die Ankunft

Nach einem ruhigen, rauchfreien und ereignislosen dreistündigen Weiterflug setzte der Jumbo dann endlich in Bali auf und selbstverständlich mußten auch gleich fast alle aufspringen und sich ihrer Taschen, Jacken usw. bemächtigen, die sie in den Ablagen verstaut hatten. Anders als sonst dauerte es aber noch fast 15 Minuten, bevor die Luken endlich geöffnet wurden, mein Mitleid mit denen, die diese Zeit, vielleicht mit der Angst, nicht als Erste aussteigen zu können, im Stehen verbracht hatten, wurde aber, ich muß es gestehen, von der Schadenfreude um Einiges übertroffen. Warum das Aussteigen diesmal so lange dauerte, habe ich nicht herausbekommen...

Es war gar nicht so einfach, die "Abholer" von Transorient zu finden, irgend jemand sollte denen mal sagen, daß das Finden einfacher ist, je größer die Schilder sind...
Neben mir hatten noch fünf weitere Deutsche das Saphir bei Transorient gebucht, die, wie sich schnell herausstellte, zum ersten Mal auf Bali waren. Nachdem während des Transfers der "Reiseleiter" seine üblichen Sätze in broken Deutsch vorgetragen hatte, ging meine gute Seele mit mir durch und so mußte ich für die "Neuen" noch meinen Schnellkurs "Was muß ich auf Bali beachten" halten...

Schon nach wenigen Sekunden konnte ich feststellen, daß sie wirklich keine Ahnung hatten, sie wußten nicht einmal, daß Bali zu Indonesien gehört und daß die Währung Rupiah und nicht "Baht" ist. Da überraschte es auch nicht weiter, daß sie für Ihre fünf großen Koffer an einen Kofferträger bereits je 5US$ bezahlt hatten. Logisch, daß das nicht das letzte Mal sein würde, das man sie übers Ohr hauen würde, aber das kommt an einem anderen Tag.

Ok, irgendwann, nach längerem Stau zwischen dem großen Matahari und der Beachroad, sind wir dann gegen 17:00 Uhr endlich im Century Saphir eingetroffen, insgesamt ein doch etwas größeres Hotel, von der Weitläufigkeit der Grünanlagen aber nicht zu vergleichen mit dem Bali Holiday Resort oder mit dem Hotel "Resor Semiyak" (früher Pesona). 

Das Einchecken ging recht zügig von sich, wie immer stand dabei der "Welcome-Drink" im Wege (warum können "die" den nicht etwas später servieren?), als Neuheit gab es einen Hotelausweis, den man laut Aufdruck bei Abholung des Schlüssels, beim Frühstück oder beim Abzeichnen einer Rechnung vorzuweisen habe. (Natürlich hat mich während der ganzen Zeit niemand nach diesem "Mitgliedsausweis" gefragt...)

Gegen 18:30 Uhr war ich dann mit dem ersten Umsehen und dem Auspacken fertig, es wurde auch langsam Zeit für mein erstes Bintang.

Natürlich kam dazu nur das Talenta Café in Frage, auf dem Weg dorthin konnte ich gleich die ersten Veränderungen in der Jalan Abimanyu feststellen...

Den kleinen Supermarkt gleich neben dem Hotel gibt's immer noch (10x Marlboro 45.000 rp, 1,5 l Cola 7.000 rp, 2 l Wasser 4.000 rp), das gleich daneben liegende "Lilys Café" hat die Saison 2000 aber wohl nicht überlebt, das Schild hängt zwar noch, aber die gesamte Möblierung fehlt. Der gesamte Raum dient jetzt als (vorübergehender?) Lagerraum des Supermarkts. Die Mädchen, die früher bedienten, sitzen jetzt zum Teil an der Kasse.

Auch gegenüber Hanno's persönlichem Schneider hat sich einiges getan, das Gebäude ist größtenteils fertiggestellt und enthält im Erdgeschoß wieder mal einen kleinen Supermarkt sowie, wen wundert's, ein neues Restaurant "Bestest Café". Die Preise sind jedoch nicht sehr einladend, außerdem soll es laut Handzettel dort Cool Jazz und Salsamusik geben, beides Sachen, auf die ich im Urlaub und erst Recht auf Bali absolut verzichten kann. Vor Hanno's Schneider ist auch noch ein nicht ganz fertiger Restaurantpilz aus dem Boden geschossen, wegen des großen gemauerten Ofens vermute ich mal, daß dort eine Pizzeria entstehen wird.

Hundert Meter weiter in Richtung Talenta gibt es auch noch vier weitere neue Eß- und Trinkstätten, eine davon die erste offizielle Gay-Kneipe (der Name ist mir leider entfallen...) Diese Ecke soll in Zukunft Abimanyu Arcade heißen...

Natürlich haben die Mädels des Talenta Café mich gleich erkannt, nur mit dem Namen gab es einige Schwierigkeiten, die aber schnell beseitigt waren. Die Preise für Essen und trinken sind unverändert, ein Bami Goreng für 10.500 rp oder Nasi Goreng Special für 15.000 rp macht den Magen voll, aber nicht den Geldbeutel leer ;) (aber natürlich geht es noch wesentlich billiger...)

Der Besitzer, Hans aus Hamburg (nicht Bremen!!!, darauf legt er großen Wert) war auch da und wegen meiner mitgebrachten selbstgebrannten CD's (Danke, Joachim) kostet mich jetzt alles nur noch die Hälfte, für den Pernod mit Cola bekomme ich einen Sonderpreis (15.000 rp)

Trotz der netten Gesellschaft packte mich gegen 21:00 Uhr die Müdigkeit (schließlich war ich mittlerweile mehr als 24 Stunden wach) und es zog mich zum Hotel zurück. Um 22:00 Uhr wurde dann die Lampe ausgeknipst...