03.01.01 Total schwül, aber kein Regen

Nach einer kurzen Aufwachphase gegen 03:00 Uhr (immer dieser Jetlag...) werde ich um 7:30 Uhr zum zweiten Mal wach, genau passend, um mich in Ruhe beim ersten Frühstück umzuschauen.

Nach einer intensiven Reinigung (auf Bali brauche ich halt mindestens zwei Duschen täglich) geht's zum ersten Mal die erforderlichen zehn Schritte (Erster Eindruck "Ist aber schwüler, als ich es in Erinnerung habe") durch einen Open-Air Flur bis zum Frühstücksraum. Eigentlich recht groß, die Tische sind aber recht klein und trotzdem für vier Personen gedeckt.

Ich suche mir einen freien Tisch am "Fenster", um etwas Frischluft zu bekommen (natürlich gibt es kein Fenster, aber "Wanddurchbruch" beschreibt das nicht so gut...) und mache dann die erste Informationsrunde.

Es gibt Orangen- und Wassermelonensaft aus den üblichen Spendern, daneben steht der Toaster samt Brot, fein säuberlich umringt von den Marmeladen- und Butterportionspackungen und einer extragroßen Schüssel mit irgendeiner roten Marmelade.

Daneben ist der Eierstand zu finden, ich bestelle ein Omelett mit Zwiebel, Käse und Schinken, aber, welche Enttäuschung, die beiden letzten Positionen gibt es nicht. Na gut, dann halt Zwiebel, Paprika und Tomate, ich will mir ja nicht gleich am ersten Tag die Laune verderben...

Zwei Scheiben Brot gehen in den Toaster, der ist aber aus und jetzt heißt es den Schalter suchen. Zum Glück ist aber gleich eine freundliche Seele zur Hand, die den Schalter kennt und ich kann mich auf den nächsten Schritt der Frühstücksauswahl konzentrieren, die warmen Sachen...

Im ersten Warmhaltetopf scheinen Nudeln zu sein, also nehme ich mir mal testhalber zwei Löffel davon, danach folgt etwas Undefinierbares; sicher köstlich, aber am ersten Tag vielleicht doch noch nicht ganz so gut; darauf folgen kleine (Nürnberger?) Bratwürstchen, der unvermeidliche gebratene Frühstücksspeck und ein weiterer Behälter mit Mini-Pfannkuchen.

Diese sehen irgendwie sehr süß aus, deshalb nehme ich davon auch nichts und lade mir lieber Würstchen und Frühstücksspeck auf den Teller.

Der Rest des Tisches ist mit Croissants, anderen (süßen) Brötchen sowie Milch, Cornflakes und Obst bestückt, davon lasse ich aber vorerst die Finger, da mein Toast mittlerweile fertig sein dürfte. Glück gehabt! Der Toast ist genau richtig, mein Omelett ist auch fertig, jetzt kann es also losgehen.

Kaum sitze ich, da erscheint auch ein dienstbarer Geist und fragt "Kopi or Tea?" und ich antworte selbstverständlich "Kopi please". Der erscheint auch gleich und, welche Überraschung, er schmeckt auch noch gut. Dem Geschmack nach Kopi Bali, aber ganz ohne den üblichen "Schlamm", da kann man die Tasse wirklich bis zum Ende genießen.

Ich bin jetzt gerade mal fünf Minuten beim Frühstück und mir läuft schon der Schweiß in Bächen herunter; es ist definitiv wesentlich schwüler als im Juni oder Juli. Es geht auch absolut kein Wind und die beiden Propeller unter der Decke laufen zu langsam, als daß sie einen erfrischenden Luftzug produzieren könnten. Na egal, ich bin schließlich hier, um den Unterschied zwischen Sommer- und Regenzeit kennenzulernen, das scheint dann zur Regenzeit dazu zu gehören... 

So nach und nach erscheinen jetzt mehr Hotelgäste, die Nationalitäten scheinen recht breit gestreut zu sein. Neben Japanern und Deutschen gibt es noch Einige, die ich als Russen oder Polen bezeichnen würde, sie sehen aber nicht nach Urlaub, sondern eher nach Arbeit aus, vielleicht sind sie hier auf Montage oder so... Aus einer anderen Ecke höre ich etwas, das ich als eventuell Schwedisch bezeichnen würde, beim näheren Hinsehen scheint sich das auch zu bestätigen. Ich will jetzt nicht mit dem gesamten Frühstück langweilen, nach vier Tassen Kopi Bali war das dann auch beendet.

Mir ist schon wieder nach Duschen, aber so kurz nach dem Frühstück ist das noch nichts, also lege ich mich für ein Stündchen aufs Ohr... Gegen Mittag werde ich wieder wach und beschließe, nach der ausstehenden Dusche etwas spazieren zu gehen.

Essen bei Lucky.